Leserbrief: Kritik an Hundehaltern und Hundewald

Natürlich erreichen uns nicht nur Lob und Huldigung, kritische Stimmen finden ebenfalls den Weg zu uns. Und diese nehmen wir nicht nur zur Kenntnis, wir nehmen die Kritik und Anregungen auch ernst. Es ist uns wichtig, dass Kritik, die bei uns auf den vorgesehen Kontaktwegen ankommt, auch regelmäßig veröffentlicht wird. Daher haben wir den Absender der Email gefragt, ob wir diese Email und unsere Antwort veröffentlichen dürfen. So haben diejenigen stillen Mitlesenden, die vielleicht ähnliche Fragen haben, die Möglichkeit, unsere Antwort ebenfalls zu lesen. In Absprache mit dem Autor der Email an uns geben wir diese hier zunächst anonym wieder. Weder wir noch der Autor möchten, dass durch die Nennung von Namen vom Inhalt abgelenkt wird und so sollen auch unmittelbare Reaktionen ihm gegenüber vermieden werden.

Um die Lesbarkeit zu verbessern, werden wir in einem weiteren Artikel hier die aufgeworfenen Fragen beantworten. Hier zunächst ohne weiteren Kommentar unsererseits der Leserbrief:

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich feststellen das ich selbst Hundebesitzer bin und kein Hundehasser. Trotzdem muß ich einige kritische Anmerkungen zu ihrem „Hundewald Doghausen“ machen (wobei ich nicht der einzige bin der derartige Feststellungen gemacht hat).

Zunächst ist mir schleierhaft wie eine Genehmigung für eine derartige Anlage in einem Naherholungsgebiet wie den Nordpark erteilt werden konnte, zudem in unmittelbarer Nähe bereits 2 Plätze von Hundevereinen bestehen.

Ein ruhiges Spazierengehen ist bei schönen Wetter wirklich nicht mehr möglich da die Lautstärke von der Hundewiese heftig ist (wenn auf den anderen Plätzen auch noch Veranstaltungen sind ist der Lärmpegel noch höher).

Dazu kommt der Fahrzeugverkehr, nach den Nummernschildern aus dem ganzen Münsterland/Ruhrgebiet. Der Parkraum am Freibad ist schon jetzt oft sehr gut ausgelastet, und noch haben wir Winter. Ich möchte nicht wissen wie es im Sommer bei schönem Wetter wird wenn dann auch das Freibad geöffnet sind.

Viele Besucher versuchen zudem über die Grenzstr. anzureisen. Man versucht in den Feldweg einzufahren oder parkt sein Fahrzeug einfach auf den dortigen Gehwegen, selbst auf dem Grundstück XXXX (Anm. Name anonymisiert) wurde wiederholt versucht Autos abzustellen bzw. wurde der Hof zum drehen genutzt.

Ein weiteres Ärgernis ist das Verhalten der Hundebesitzer auf dem Weg zur Hundewiese. Die Zugangswege im Nordpark sind mittlerweile übersät mit Hundehaufen. Wenn ich mit unserem Hund unterwegs bin habe ich die Augen ständig auf dem Weg um nicht in eine Tretmine zu laufen. Ganz Schlaue heben die Hinterlassenschaften ihrer 4-Beiner ja immerhin mit Beuteln auf um diese dann rechts und links der Wege in den Wald zu schmeissen!!!

Auch kommen einem immer wieder nicht angeleinte Hunde entgegen, deren Besitzer es mit lernen von Kommandos nicht zu ernst nehmen. Es ist wirklich nicht schön wenn man mit seinem XXXX (Anm. kleinen Hund) dort hergeht und plötzlich Schäferhunde, Bordercollies etc. um die Ecke kommen deren Besitzer oft 100m entfernt sind.

Und wie gesagt das alles wo es wettermäßig noch eher mieß ist. Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen wie es hier an Wochenenden bei sommerlichen Wetter aussieht.

Ich würde sie herzlich bitten sich Gedanken zu machen wie die genannten Problemen für alle Seiten vertretbar zu lösen sind – sonst ist eine Eskalation nicht mehr weit.

Mit freundlichen Grüßen

XXXX (Anm. Name anonymisiert)

Email vom 13.03.2019, Autor/Absender sowie Angaben mit persönlichem Bezug anonymisiert.

Unsere Antwort ist hier zu finden: Gemeinsam erreichen wir mehr

Ergänzend noch eine Anmerkung, die sich ausdrücklich nicht auf diese Email bezieht: Wer sich z.B. auf Facebook hinstellt, und in Gruppen, die nicht dafür vorgesehen sind, laut brüllt, den nehmen wir nicht als ernsthaften Kritiker sondern nur als unhöflich war. Es gibt genug Wege, Kritik zu äußern und uns zu erreichen (so wie hier), nicht jedoch auf unhöfliche oder kindische Art. Insofern danken wir dem Autor der Email für ein schönes Beispiel, wie wir in einen (hoffentlich) konstruktiven, problemorientierten Austausch kommen können.

4 Replies to “Leserbrief: Kritik an Hundehaltern und Hundewald”

  1. Wir sind selber Anwohner und Hundebesitzer ! Sie sprechen mir aus der Seele. Diese kleine ruhige Oase wie wir hier in Brambauer zum spazieren gehen hatten wurde uns weggenommen , ohne die Anwohner mit ein zu beziehen. Viele Hundebesitzer die ich hier aus Brambauer kenne sind der gleichen Es ist mir unverständlich wie sowas zu Stande kommen konnte! Mit freundlichen Grüßen

  2. Sehr geehrter Kritiker, sehr geehrte Kritikerin,

    zuerst einmal möchte ich Ihnen in allen Punkten Recht geben. Und vielleicht nach Lösungen suchen.

    1.) Hundehalter, die den Kot Ihres Hundes auf dem Weg liegen lassen, sind ignorant und rücksichtslos. Leider trifft man sie überall, und dort wo sich viele Hundehalter aufhalten, trifft man leider auch viele davon. Diese Menschen werden sich niemals ändern. Ich könnte eine Teillösung anbieten: Mit einem Sammler für Pferdeäpfel würde ich mindestens einmal in der Woche an und auf den Wegen um Doghausen die Haufen aufsammeln. Es müsste nur eine Mülltonne oder Ähnliches geben, wo ich die „Sammlung“ entsorgen könnte, denn um die Haufen im Auto heim zu fahren, bin ich nun doch nicht engagiert genug :-)!

    2.) Hundehalter, die ihre Hunde laufen lassen, ohne sie unter Kontrolle zu haben, sind ebenfalls ein Ärgernis. Die gibt es leider überall und da weiß ich auch keine Lösung. Aber glücklicherweise gibt es ja Doghausen, wo alle sich einig sind, dass dort der Hund frei laufen darf.

    3.) Die Bellerei. Auch ich habe einen Hund, der bei großer Aufregung bellt, und das anhaltend und laut. Das ist mir total peinlich, und ich kann es nicht abstellen, es sei denn, ich verbiete meinem Hund das freie Laufen mit anderen Hunden. Denn außer in den drei bis vier Stunden, die wir in Doghausen in der Woche verbringen, ist mein Hund total still. Wenn ich das vergleiche mit der Zeit, in der ich mich verbal mit anderen Menschen in der Woche austausche, ist mein Hund ein echter Schweiger. Für mich ist Hundegebell nicht nervig, aber ich finde Kindergeschrei total furchtbar. Also verstehe ich sehr gut, dass anderen das Hundegebell auf den Zwirn geht. Allerdings sehe ich ein, dass Kinder auf dem Spielplatz oder auf dem Schulhof schreien dürfen müssen, es ist eine Art, sich auszutauschen. Und dort dürfen sie das auch. So wie ich meine, dass es auch für die Hunde einen Ort geben muss, wo sie sich austauschen dürfen, auch wenn das mitunter laut und nervig ist. Ich hoffe sehr, Doghausen bleibt ein solcher Ort. Auch hier habe ich keine Lösung, denn eine Lärmschutzwand drum herum zu bauen, gibt sicher Probleme mit dem Bauamt. Und im Sommer wird sicher auch das Freibad eine Quelle von reichlich Lärm sein. Es tut mir total Leid, dass sie sich so sehr gestört fühlen, während ich mich dort so wohl fühle.

    4.) Parkplätze. Könnte es tatsächlich mehr geben, gibt es aber nicht. Und wie überall, wo es zu wenig Parkplätze gibt, gibt es wiederum die rücksichtslosen Mitmenschen, die auch an ungeeigneten Stellen ihren Wagen parken. Egal, was andere davon halten. Auch mir graut vor dem Sommer, denn ich wohne zu weit weg, um zu Fuß kommen zu können. Was nun tun? Selbst wenn die Organisatoren von Doghausen irgendwo einen Platz anbieten könnten, wo man parken darf, so würden auch Spaziergänger, Freibadbesucher, Kleingärtner etc. dort parken, es sei denn, man stellt einen Parkplatzwächter auf. Das würde doch zu weit führen. Also müssen wir uns nach wie vor die vorhandenen Parkplätze teilen mit allen Erholungssuchenden, egal aus welchem Grund sie kommen.

    Unter dem Strich stehen eigentlich alle angesprochenen Probleme im Zusammenhang mit gegenseitiger Rücksichtnahme, die es leider immer weniger gibt. Und ich meine, dass niemand von den Organisatoren von Doghausen verlangen kann, dass sie die Menschen ändern müssen, denn das kann keiner. Es kann nur jeder bei sich selbst anfangen und möglichst viel Rücksicht und Verständnis aufbringen, tolerant und ein Vorbild sein. Nur sich selbst kann man ändern, die anderen nicht.

    Aber natürlich haben Sie in allen Punkten Recht, keine Frage. Wie sind denn Ihre Lösungsvorschläge?

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